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09.02.2015, Vortrag Dr. Hauer: Wiener Volkssänger

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Vortrag von Oberstudienrat Professor Mag. Dr. Georg Hauer

im Kulturzentrum „Haus der Heimat“, Wien III, Steingasse 25

Wiener Volkssänger im 19. Jahrhundert

Volkssänger werden geschätzt – auch von den Großen der Tonkunst. Die Schrammeln, Strauß und Ziehrer, Brahms, Berlioz und Liszt – sie alle finden den Weg nach Neuwaldegg, Dornbach oder Nußdorf, wo Volkstümliches und „Klassisches“ sich zur schönsten Harmonie verbinden. Der 175. Geburtstag von Edmund Guschelbauer (1839 – 1912) ist Anlaß, an die musikalische Vielfalt der Vorstadt zu erinnern: eine Welt der Sinfonien, Walzer und Heurigenklänge mit Musik aus Wien.

 

Oberstudienrat Professor Mag. Dr. Georg Hauer Geboren 1937 in Wien. Erste Kontakte mit Musik im Elternhaus. Schul- und Studienzeit in Wien: Lehrerbildungsanstalt, Universität Wien (Germanistik, Kunstgeschichte, Philosophie), Akademie für Musik und Darstellende Kunst (Schulmusik, Komposition). Professor an der AHS und in der Erwachsenenbildung. Universitätslehrer (Zentrum für das Schulpraktikum der Universität Wien).

Weltweite Konzert- und Lehrtätigkeit gemeinsam mit seiner Frau, der Mezzosopranistin Eleonore Róna (u. a. Australien, Neuseeland, Thailand, Japan, Korea) mit Erstaufführungen von Liederzyklen Franz Schuberts und Alban Bergs. Dr. phil. (Dissertation über den „Club der Wiener Musikerinnen“, auch als Buch erschienen). Rege Vortragstätigkeit, zahlreiche Publikationen.

 Wiener Volkssänger im 19. Jahrhundert

Volkssänger werden geschätzt – auch von den Großen der Tonkunst. Die Schrammeln, Strauß und Ziehrer, Brahms, Berlioz und Liszt – sie alle finden den Weg nach Neuwaldegg, Dornbach oder Nußdorf, wo Volkstümliches und „Klassisches“ sich zur schönsten Harmonie verbinden. Der 175. Geburtstag von Edmund Guschelbauer (1839 – 1912) ist Anlaß, an die musikalische Vielfalt der Vorstadt zu erinnern: eine Welt der Sinfonien, Walzer und Heurigenklänge mit Musik aus Wien.

Ein weiter Bogen führt von den Spielleuten des Mittelalters zu den Volkssängern des 19. Jahrhunderts, vom fahrenden Volk zum Bühnenkünstler mit steigendem sozialen Ansehen. Der Wiener Johann Baptist Moser (1799 – 1863), Sohn eines Trödlers, Sprachlehrer und „Vater der Volkssänger“, macht den Straßensänger zum Konzertmusiker. Der begleitende, gesellschaftlich weniger geachtete Harfenist wird durch den Pianisten auf dem Konzertpodium ersetzt. Moser etabliert diese neue Kunstform in der Vorstadt und in der ländlichen Welt in den Dörfern um Wien: in Nußdorf, Hernals, Dornbach, Fünfhaus ...

Beliebt sind die zahlreichen „Conversationen“ des Johann Baptist Moser, musikalische Szenen meist aus der Welt der „kleinen Leute“, heiter, mit etwas Ironie und Satire: die Nähe zu Johann Nestroy ist unverkennbar. Die „Conversation im Volksgarten“, die „Conversation vor dem Versatzamte“ oder der „Confusionsrath“ sind der Nährboden für das Wiener Volkssängertum, das in den Singspielhallen im Prater ebenso Erfolge feiert wie bei den gesellschaftlich hochangesehenen Abendveranstaltungen, den „Soireen“, denen auch Alexander Girardi seine Hochachtung nicht versagen kann.

Hier schließt Edmund Guschelbauer an. Er wird in den berühmten Volkssängergemeinschaften der Luise Montag engagiert, wird zum Inbegriff der Wiener Volksmusik und verdient ein Vermögen. Guschelbauer tritt in den berühmtesten Etablissements auf, sein Podium ist auch das der Brüder Schrammel und von Johann Strauß: der „Eisvogel“ im Prater, die „Güldene Waldschnepfe“ in Dornbach, in Ungers Kasino in Hernals.

Und immer wieder gibt es Beziehungen zu den „klassischen Kollegen“, den Meistern der Sinfonie und der Oper, die in der Volksmusik die Anregung zu manch neuen melodischen Einfällen finden.                                                                 Mag. Dr. Georg Hauer

Zeit: 
Montag, 9 Februar, 2015 - 19:00 bis 22:00
Ort: 
Kulturzentrum „Haus der Heimat“, Wien III, Steingasse 25
Bereich: 

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