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100. Todestag Maria v. Ebner-Eschenbach

 

100. Todestag der mährischen Schriftstellerin Ebner Eschenbach

Utl.: Sondermarke „100. Todestag Marie von Ebner-Eschenbach" Ausgabetag: 5.3.2016

 

150. Geburtstag von Marie von Ebner-Eschenbach: Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost von 1980

 

 

 

Marie von Ebner-Eschenbach *13.9.1830 auf Schloss Zdislawitz, t 12.März 1916 Wien. Die mährische Gräfin, eine geborene > Dubsky, begann in Wien als Dramatikerin; als ihr Erfolge versagt blieben, wendet sie sich der Erzählung zu, und da wird sie die „wahrhaft österreich- ische Schriftstellerin im Sinne des alten Reiches, der gewesenen mitteleuropäischen Großmacht“ (August Sauer).

Eine große Erzählerin

Eine der ganz großen deutschsprachigen Schriftstellerinnen verstarb vor genau einhundert Jahren: Marie von Ebner-Eschenbach, die uns unvergleichliche Erzählungen wie Krambambuli und zahlreiche geistreiche, aber auch humorvolle Aphorismen hinterließ.

Marie Gräfin Dubsky wurde 1830 in Zdislavice in Mähren geboren. Durch ihre Stiefmutter wurde ihr literarisches Talent früh gefördert, schon als kleines Mädchen schrieb sie Gedichte. Als Adelige sprach sie auch mehrere Sprachen: Deutsch, Französisch und Tschechisch, und sie strebte stets nach Bildung und Fortschritt. Bereits sehr früh war sie sich aber auch der sozialen Probleme ihrer Zeit bewusst – das Schicksal der „kleinen Leute“ und der Kontrast zum Leben der privilegierten Schicht ist Thema in vielen ihrer Werke: „Haben und nichts geben ist in manchen Fällen schlechter als stehlen.“

Trotz ihrer frühen literarischen Betätigung fand Marie von Ebner-Eschenbach – sie hatte mit 18 Jahren ihren Cousin Moritz von Ebner-Eschenbach geheiratet – erst in reiferen Jahren ihren ganz eigenen Schreibstil, mit dem sie schließlich auch Erfolge feiern konnte. In ihren Erzählungen schildert sie das Schicksal von Außenseitern und sozial benachteiligten Menschen und spart nicht mit Kritik am Adel. Ihre realistischen Milieustudien zeugen von ihrem politischen Bewusstsein und auch von ihren Bestrebungen, Sittlichkeit und Humanismus zu verbreiten. Sie war mit zahlreichen zeitgenössischen Schriftstellern bekannt, unter anderem zählte Franz Grillparzer zu ihren Vertrauten und Vorbildern.

Krambambuli ist eine ihrer bekanntesten Erzählungen. Erschienen 1883 als Teil der Dorf- und Schlossge-schichten, handelt die berührende Geschichte von einem Hund, der am Konflikt seiner Treue zu seinem alten und seinem neuen Herren (einem Wilderer und einem Jäger) zugrunde geht. Krambambuli wurde mehrfach verfilmt, unter anderem von Franz Antel und zuletzt von Xaver Schwarzenberger mit Tobias Moretti und Gabriel Barylli. Andere Werke  Marie von Ebner-Eschenbachs sind Aphorismen, Lotti, die Uhrmacherin, Das Gemeindekind, Božena, Die Freiherren von Gemperlein, Altweibersommer und viele mehr.

Marie von Ebner-Eschenbach verstarb am 12. März 1916 in Wien, ihr Geburts- und Todesjahr teilt sie übrigens mit Kaiser Franz Joseph I.                                                              

Zitate aus „Die Briefmarke“ 3.16

 

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