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Brief von Petr Vokřál

                                             

                                                                                          Brünn, 31. März 2015     

                                                                                    

Sehr geehrter Herr Obmann,

im April und Mai dieses Jahres gedenkt nicht nur Brünn des 70. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges. Am Samstag, dem 30. Mai, jährt sich auch zum siebzigsten Male die gewaltsame Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus Brünn. Die Leitung der Stadt hat sich entschieden, aller Opfer würdig zu gedenken und deswegen hat die Stadt Brünn das Jahr 2015 zum Jahr der Versöhnung ausgerufen.

Seit einigen Jahren organisieren Bürgerinitiativen am 30. Mai einen Gedenkmarsch von Brünn nach Pohořelice/Pohrlitz. In diesem Jahr beginnt der Tag beim Erinnerungskreuz in Pohrlitz um 9.30 Uhr mit einem ökumenischen Gebet im Gedenken an die Opfer. Danach werden die Teilnehmer den langen Fußmarsch nach Brünn aufnehmen.

Gegen 17.00 Uhr wird die Gruppe beim Kloster der Barmherzigen Brüder/Klášter Milosrdných bratři auf der Vídeňská ulice/Wiener Straße 7 eintreffen und die letzten etwa 500 Meter gemeinsam mit politischen Repräsentanten und Würdenträgern aus dem In- und Ausland zum Altbrünner Augustinerkloster, Mendlovo náměstí/Mendel-Platz 1 beschreiten. Nach dem Eintreffen im Klostergarten werden alle die Ehre haben, zusammen mit den weiteren höchsten Vertretern der Stadtregierung alle Teilnehmer des Gedenkmarsches zurück in Brünn willkommen zu heißen.

Sehr geehrter Herr Zeihsel, erlauben Sie mir, Sie zu der Gedenkveranstaltung im Altbrünner Augustinerkoster, die am 30. Mai 2015 um 17.30 Uhr stattfindet, einladen zu dürfen, bzw. bereits gegen 17 Uhr sich den Teilnehmern des Marsches bei dem oben erwähnten Kloster der Barmherzigen Brüder symbolisch anzuschließen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie an diesem denkwürdigen symbolischen Akt mitwirken und auch auf diese Weise zu einer besseren gemeinsamen Zukunft beitragen können.

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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

Ich werde nach Brünn mitmarschieren und dabei an meine Oma Maria Kubesch und ihre Tochter Maria Müller denken – die von Kumrowitz/Komárov am Kirchenplatz mit den anderen deutschen Einwohnern – in die Gegenrichtung - nach Österreich getrieben wurden. Sie haben – Gott sei Dank – überlebt – mußten aber weiter nach West-Deutschland, wo sie im Odenwald eine neue Heimat fanden!

 

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