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Ch. Rademacher: Unterwegs zwischen Wien und Bratislava

Christina Rademacher

 

Unterwegs zwischen Wien und Bratislava

Genussvoll durch Marchfeld und Donauauen

2016, 160 Seiten / Broschur, viele bunte Bilder, Format: 14,5 x 20,5 cm, ISBN 978-3-85431-721-0,

Preis: € 19,90

Pichler Verlag, Verlagsgruppe Styria GmbH  Co KG, 1010 Wien, Lobkowitzplatz 1,

Tel. ++43 (0)1 512 88 08-83, e-mail: presse@styriabooks.at

 

Die Ebene, die sich nördlich der Donau zwischen Wien und Preßburg erstreckt, hat mit dem Marchfeld und seinen Schlössern, dem Nationalpark Donau-Auen und weiteren Naturschutzgebieten einen ganz besonderen Reiz.

Spannende Gegensätze finden sich hier in unmittelbarer Nachbarschaft: Auwälder umrahmen Sandgebiete, robustes Gemüse wächst neben zarten Delikatessen für die Haubenküche, mittelalterliche Burgen trotzen Barockschlössern, Störche und Windparks prägen das Bild. Abwechslungsreich und informativ macht Christina  Rademacher Lust auf Entdeckungen mit Bahn, Boot, Fahrrad und zu Fuß.

Infos über Geschichte, Land und Leute, Tipps für Freizeit, Kulinarik und Sport und Tourentipps für Radfahrer & Wanderer runden das Buch ab. Mit einer Überblickskarte – die leider nicht zweisprachig ist –  und detaillierten Beschreibungen. Weitere slowakische Orte wurden auch nicht deutsch angeführt – als Bundesdeutscher fehlt der Autorin scheinbar das österreichische Gefühl für die Österr.-Ungar.-Monarchie!

Es wäre ein flott und lehrreich geschriebener Reiseführer mit vielen interessanten Details, wenn da nicht die kulturell für uns Österreicher verwerfliche dumme Fremdtümelei bei den Ortsnamen in der Slowakei wäre! Hier wird wirklich mit der „Holzhammer-Methode“ dem Leser Bratislava eingebläut – kein einziges Mal kommt die uralte deutsche Bezeichnung Preßburg vor, da drängt sich schon die Frage auf, ist das eine Auflage der Styria Verlagsgruppe gewesen, die von besonderer Seite belohnt wurde?

Da wird nicht erklärt – obwohl es sonst viele historische Erklärungen in dem Büchlein gibt – dass die Stadt den uralten slowakischen Namen Prešporok und und den ungarischen Pozsony hat und in der 1.Tschechoslowakei (ČSR) ab 1.1.1919 auf Bratislava – einen Kunstnamen, was sowiel wie „slawischer Bruder“ bedeutet – umgenannt wurde!

Da die als Zentralstaat geführte 1.ČSR den Slowaken nicht die 1919 versprochene Selbstbestimmung/Autonomie auf ihrem Gebiet gewährte, nützten diese bei erster Gelegenheit – am 14.3.1939 unter Hitlers Schutz einen eigenen Staat unter Jozef Tiso zu bilden. Das war nach dem Ende des 2. Weltkrieges vorbei, die Slowaken waren in der 2.ČSR wieder dabei und wurden von den Tschechen wieder herablassend behandelt und nach dem Ende der KP-Herrschaft 1989 dauerte es nicht lange, dass sich unter Klaus und Meciar die Slowakei wieder für die Selbstständigkeit entschloss. Bratislava ist geblieben!

Besonders peinlich wird es beim Kapitel „Schlachtenlärm und Funkenflug“ wo es wörtlich heißt: „Zwischen Wien und Bratislava wurden Weichen gestellt: 1278 siegte Rudolf von Habsburg über Ottokar II Prèmysl, 1809 verlor Erzherzog Karl gegen Napoleon und …..“ – wie gesagt, Bratislava gibt’s erst seit 1919! Bei historischen Vorkommnissen vor 1919 zeigt das von besonderer Unwissenheit – z.B. als Geburtsort!

Zusammenfassend kann gesagt werden: ein uneuropäisches Konzept – da im Vertrag von Lissabon Titel 1, Art.3 (3) der Erhalt der sprachlichen Vielfalt in einem Land zwingend vereinbart ist.

Besonders der Titel ist ein totaler Fehlgriff! Der Amalthea-Verlag hatte da ein besseres Gespür: Dietmar Grieser landete mit „Mein Onkel aus Preßburg“ einen Bestsellererfolg!

Aus dem Inhalt:

Schlachtenlärm und Funkenflug | Schlaraffenland für Gemüsefans | Wo der Adel prunkte, jagte und entsagte | Goldene Sessel am grünen Wasser | Klettern mit Teamgeist und Bälle mit Drive

Die Autorin:

Christina Rademacher, geb.1969, studierte Deutsche Philologie und arbeitete als Redakteurin bei einer Tageszeitung. Seit der Jahrtausendwende lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Wien. Wo man in Stadt und Umland am besten spazieren gehen, wandern und Rad fahren kann, hat sie bereits für einige Bücher erkundet. Bei Styria zuletzt erschienen: „Auf den Spuren von Prunk & Pomp“ (2015)

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