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Ernst Kutzer - KinderbuchIllustrator

Ernst Kutzer (1880-1965) – der Wiener mit sudetendeutschen Wurzeln

Utl: Seine Bilder kennen alle – ihn selbst nur wenige

 

„Unter allen Künstlern, die Kinder- und Jugendbücher illustrierten, dürfte es kaum einen geben, der sich dieser Gattung so ausschließlich, lebenslang und mit gleicher Intensität gewidmet hat, wie Ernst Kutzer“, schreibt der deutsche Kunsthistoriker Hans Ries. Und er vermutet, daß „gerade diese Spezialisierung“ mit dazu beigetragen haben mag, daß der einst so gefragte und vielbeschäftigte Meister der Illustration „heute vor der Vergessenheit bewahrt werden muß“. „Denn das Kinderbuch wurde von der Kunstgeschichte stets nur beiläufig behandelt“, weiß Ries.

Ernst Kutzer suchte auch selbst nicht den Ruhm, er lebte und wirkte in Stille und Bescheidenheit. Er drängte sich nicht in das Licht der Öffentlichkeit, weder durch persönliches Auftreten noch durch Mitgliedschaft bei Künstlerverbänden noch durch Ausstellungen seiner eigenen Arbeiten. Er wollte nichts anderes als arbeiten und schaffen. Dies tat er so unermüdlich, daß – wieder laut Ries – „ zwischen 1920 und 1960 ... zumindest in Österreich kein Kind ohne die Berührung mit Kutzers Illustrationen geblieben“ ist.

Geboren am 10. Juni 1880 in Böhmisch-Leipa, wurde Ernst Kutzer schon als Jüngling (1899) zum Wahlwiener, der er bis zu seinem Tode 1965 blieb. In Wien erhielt er auch seine künstlerische Ausbildung, zuletzt an der Wiener Akademie bei Kasimir Pochwalski. Schließlich entschied er sich, seinen verehrten Vorbildern Heinrich Lefler und Ludwig Richter folgend, für eine Laufbahn als Kinder- und Jugendbuchillustrator.

Als solcher wirkte er an schätzungsweise 1100 Publikationen mit, unter denen vor allem seine Illustrationen der Bücher von Josephine Siebe und Annelies Umlauf-Lamatsch sowie seine Zusammenarbeit mit Adolf Holst Bedeutung und Bekanntheit erlangten. Was er als Kriegszeichner im I. Weltkrieg schuf, ist leider großteils verlorengegangen.

Geprägt ist Ernst Kutzers Illustrationskunst in ihren Anfängen vom Jugendstil, besonders natürlich von dessen Wiener Tradition. Treffsicherheit in Linienführung und humorvoller Charakterisierung der Figuren werden ihm vom Kunsthistoriker attestiert. Bei diesem großen Routine der Kinderbuchillustration wären sogar „alle künstlerischen Voraussetzungen für einen Zeichentrickfilm gegeben gewesen“, meint Ries. Zu einem solchen kam es zwar nicht; unvergänglich aber bleiben Kutzers Figuren, Hans Wundersam, Kribbel Krabbel Kugelrund, Kasperle, Puckerl und Muckerl, der Osterhas´, die Wichtelmänner und viele andere, lebendig in den Herzen aller, die sie als Kinder kennen gelernt und geliebt haben...

Am 16. März 1965 endete der schaffensreiche Lebensweg von Ernst Kutzer, er verstarb um 23.00 Uhr in Wien im Lainzer Krankenhaus. Es naht daher sein 50. Todestag!

(Zusammengestellt nach einer Biographie von Dr. Stephen Suddath und Peter Kutzer-Salm)

 

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