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Günter Kottek: Zweites Münchener Abkommen

Ein „Zweites Münchener Abkommen“

und Warten auf Godot

Völlig abgehoben von den völker- und menschenrechtlichen Hoffnungen und Erwartungen der Erlebnis- und eines Großteiles der Bekenntnisgeneration residiert er im bayerischen „Vierten Stamm-Haus der Heimat“ in München, der rhetorisch gefinkelte SL-Sprecher mit dem machiavellistischen Kreuz auf der CSU-Stirne; und harrt da nun auf den Tag seines Triumphes einer aus Prag kommen sollenden „Tschechischen Versöhnungsgeste“.

Warten nicht auf Godot, sondern auf eine CR-staatliche Geste (wenigstens vielleicht in Form einer Aufhebung des besonders krass EU-wertewidrigen „Straftatenrechtfertigungsgesetzes vom  8. Mai 1946“ durch das Tschechische Parlament), womit das jüngst vom Sudetendeutsche Landsmannschaft-Sprecher Bernd Posselt im Wege einer SL-Satzungsänderung von München nach Prag gefunkte preisgünstige Abverkaufsangebot einer „Versöhnung gegen sudetendeutschen Verzicht auf Heimatrückgewinnung samt Verzicht auf Vermögensrestitution und Schadensgutmachung“ in Prag quasi offiziell angenommen und damit der –allerdings äußerst fragwürdige - Erfolg dieser posseltschen Politik eine Bestätigung finden würde.

Bei genauer Analyse der jüngsten Münchener und Augsburger Vorgänge läuft diese posseltsche Heimat- und Versöhnungspolitik nämlich de facto auf ein jetzt zwischen dem Verein der Sudetendeutschen Landsmannschaft einerseits und der Bayerischen Freistaatsregierung unter Horst Seehofer andererseits konkludent bzw. stillschweigend vereinbartes „Zweites Münchener Abkommen“ hinaus; - dieses Mal jedoch zu alleinigen Lasten der heimatvertriebenen Sudetendeutschen und deren Nachkommen, die jetzt auf alles verzichten sollen. Womit Horst Seehofers und Bernd Posselts CSU eine so gut wie völlige Normalisierung der bayerisch-tschechischen Beziehungen erreichen und der seit langer Zeit verzichtspolitisch agierende SL-Sprecher mit weiterer Hilfe vieler tschechischer römisch-katholischer Kirchenvertreter offensichtlich als „Böhmischer Versöhnungsapostel“ in die Geschichte eingehen will.

Heimatpolitisch anders Denkende und die von ihnen vertretenen Heimatorganisationen, die sich trotz von Bernd Posselt eingeleiteter Satzungsänderung samt damit vorangetriebener Verzichtspolitik nach wie vor bzw. vorrangig zu einer offensiven, am Völkerrecht und an den Menschenrechten orientierten Heimatpolitik bekennen und die eine unwürdige „Versöhnungswinselei“ samt damit verbundene posseltsche Taktik, die tschechische Vertreibungsthese einer kollektiven Mitschuld aller vertriebenen Sudetendeutschen an den nationalsozialistischen Verbrechen in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien als weiteres sudetendeutsches Versöhnungsopfer mit einzubeziehen, zu Recht ablehnen, wie zum Beispiel die „Hausner Stiftung“ oder der „Witikobund“, wurden von Posselt & Co. bereits konsequent einerseits aus dem Münchener „Haus der Heimat“ und andererseits in Augsburg vom letzten CSU-Bejubelungstag – euphemistisch „Sudetendeutscher Tag“ genannt- mit der nicht nur in Tschechien beliebten „Nazikeule“ vertrieben.

Alleiniger Seehofer- und Posseltjubel war ja in Augsburg angesagt, niemand sollte dort als Opposition stören dürfen; womit dieser „Sudetendeutsche Tag“ heuer zu einer demokratieschädlichen Machtdemonstration Bernd Posselts verkam. – Politik eben unter dem Signum des christlichen Kreuzes, wie schon seinerzeit von Niccolo Machiavelli in seinem berühmt-berüchtigten Traktat  „Der Fürst“ fintenreich empfohlen.

Dr. jur. Günter Kottek – SLÖ Bundesobmannstellvertreter   

 

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