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Heimatvertriebenen-Gedenkgottesdienst

 

 

Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn:

Tiefste Heimat da, wo Glaube lebt

Wiener Erzbischof: Nicht genug gewürdigt werden kann das, "was die Kirche in Österreich dem Glauben der Heimatvertriebenen alles verdankt"


Kardinal Christoph Schönborn hat bei einem Gottesdienst im Wiener Stephansdom am Samstag die erlittenen Unmenschlichkeiten der 1945/46 nach Österreich gekommenen Heimatvertriebenen hervorgehoben, aber erinnert, dass einige noch mehr verloren hätten als sie:

"Es stimmt, Sie haben alles verloren, aber das Kostbarste haben Sie nicht verloren: Die Freiheit. Ich muss hier an meine böhmischen Verwandten denken, die im Land geblieben sind. Sie haben alles verloren. Und sie haben auch noch die Freiheit verloren", sagte der Wiener Erzbischof bei der Heimatvertriebenen-Messe.


Er erinnerte dabei an die Erzählungen seiner Mutter über die Flucht aus Böhmen im Herbst 1945. Er selbst sei damals neun Monate alt gewesen.


Der Kardinal verwies auf das Wort von Papst Benedikt XVI.: "Wer glaubt ist nie allein." Der Glaube sei die tiefste Heimat, und "dort, wo der Glaube lebt, ist auch auf Erden Heimat".
Nicht genug gewürdigt werden könne das, "was die Kirche in Österreich dem Glauben der Heimatvertriebenen alles verdankt", so der Wiener Erzbischof weiter.

Unter den Priestern, die aus der früheren Tschechoslowakei stammten, erwähnte er auch den emeritierten Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz. Dessen Familie sei mit fast allen anderen Dorfbewohnern im Sommer 1945 aus Bruck an der Donau/Most pri Bratislave ausgewiesen worden, und zwar zu einem Zeitpunkt, als gerade viele von ihnen bei der Feldarbeit gewesen seien.

Kathpress, Wien, 05.12.2015

 


 

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