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Karlsuniversität Prag ehrt Prof.Dr. R. Grulich

Hus-Fakultät der Karlsuniversität in Prag zeichnet Rudolf Grulich aus

Die Hus-Fakultät, eine der drei Theologischen Fakultäten der Prager Karlsuniversität, hat Professor Dr. Rudolf Grulich, den Leiter des Instituts für Kirchengeschichte von Böhmen-Mähren-Schlesien in Nidda, die Patriarch-Kovář-Medaille verliehen.

Prof.Dr. Rudolf Grulich

Die 1920 entstandene Tschechoslowakische Kirche, die Mitglied des Ökumenischen Rats der Kirchen und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ist, lehnte sich bei der Gründung an die Tradition der Slawenapostel Cyrill und Method und an den Reformator Jan Hus an, nennt sich aber erst seit 1971 Tschechoslowakische Hussitische Kirche. Sie ist eine Kirche mit Bischöfen in Prag, Pilsen, Königgrätz, Brünn, Olmütz und Pressburg. An der Spitze steht ein Patriarch. František Kovář leitete die Kirche von 1946 bis 1961.

Professor Jan B. Lášek würdigte als Dekan der Fakultät bei der Überreichung der Medaille und der in Latein verfassten Urkunde die Verdienste von Professor Grulich für die Kirche in Tschechien und nannte ihn „einen echten Pontifex, einen Brückenbauer im wahrsten Sinne des Wortes“. Als Mitherausgeber der von der Hussitischen Fakultät herausgegebenen Reihe Deus et gentes (Gott und die Völker) habe Grulich in Vorträgen und bei den Konferenzen der Fakultät im Kaisersaal der Karlsuniversität verschiedene Aspekte des Themenbereiches „Kirche und Volkstum“ sachkundig behandelt  und darüber hinaus deutschen und tschechischen Studenten die gemeinsame Geschichte der böhmischen Länder nahegebracht.

Sein Buch Sudetendeutsche Katholiken als Opfer des Nationalsozialismus, das von der Hus-Fakultät in der Reihe Pontes Pragenses (Prager Brücken) auch in tschechischer Übersetzung erschien, habe für Tschechen und Deutsche viel zur Wahrheitsfindung der Geschichte beider Völker im 20. Jahrhundert beigetragen.

Grulich dankte für die Ehrung, die im Jubiläumsjahr des böhmischen Reformators Jan Hus erfolgte. Er müsse aber  auch für die Freundschaft und die Kollegialität mit den Professoren und Dozenten der Fakultät in Prag besonders danken.  „Auf  den Symposien der Fakultät über Nation und Religion in den böhmischen Ländern sind keine heißen Eisen ausgeklammert worden,  sondern  konnten Katholiken und Protestanten, Orthodoxe und Hussiten, Juden und Freidenker aus ganz Europa als Referenten in vorbildlich objektiver Weise  die Bedeutung der Religion für die Völker und den Aufbau Europas darlegen.“

Angelika Steinhauer

 

 

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