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M. Popović, I. Pfeifer: Ackermann aus Böhmen

Michael Popović, Ivan Pfeifer (Hg.).

Der Ackermann aus Böhmen. Materialien einer deutsch-tschechischen Konferenz über den Tod und das Sterben. Gerhard Hess Verlag 2016,         336 Seiten. € 16,80

Ein neues aktuelles Buch über den Ackermann aus Böhmen und das Sterben.

Ein Buch, das jeder lesen sollte, ist die Neuauflage der Vorträge, gehalten bei einer deutsch-tschechischen interdisziplinären Tagung 2006 in Saaz, über die mittelalterliche Schrift Der Ackermann aus Böhmen, die oft auch als Der Ackermann und der Tod zitiert wird.

Nach dem Tode seiner Frau Margaretha, klagt der Autor (wahrscheinlich im Jahre 1400) den Tod in einem fiktiven Streitgespräch an und es kommt zu einem Dialog zwischen dem Ackermann und dem Tod. Gott entscheidet als Schiedsrichter diesen Streit. Fachleute verschiedener Gebiete, Literaturwissenschaftler, Ärzte und Juristen diskutierten in Saaz über Sterbebegleitung, Palliativmedizin und Trauerarbeit mit Blick auf den Ackermann aus Böhmen.

Dieses große frühneuhochdeutsche Werk, verfasst von dem Stadtschreibers Johannes von Saaz, oft auch „Johannes von Tepl“ genannt, nahmen die Organisatoren dieser Konferenz bewusst zum Anlass, sich im Geiste des Autors, des Ackermanns und des böhmischen Frühhumanismus gegen Sterbehilfe, aber für Sterbebegleitung zu engagieren.

Da man 2014 des 600. Todestages des Johannes von Saaz gedachte, wurde nicht nur an die 2006 in Saaz durchgeführte deutsch-tschechische Ärztetagung über das Werk Der Ackermann und der Tod erinnert, sondern auch vorgeschlagen, die Ergebnisse jener Konferenz neu aufzulegen. So haben die Herausgeber der Saazer Ausgabe, Michael Popović und Ivan Pfeifer, die Neuauflage vorbereitet; Rudolf Grulich und Jan Lášek haben dazu ein Geleitwort beigesteuert.

Der fächerübergreifende Kongress von Kulturschaffenden wie Ärzte, Juristen, Historiker und Germanisten befasste sich sowohl mit Fragen zum literarischen Werk des Ackermanns aus Böhmen als auch mit Problemen der Sterbebegleitung, Palliativmedizin und Trauerarbeit. Das macht dieses Werk so wertvoll und wichtig, gerade in der heutigen Zeit, da die Diskussionen über Sterbehilfe ja oder nein auf der politischen Bühne geführt werden.

Im neuen, erweiterten und aktualisierten Vorwort skizzieren Popović und Pfeifer die Entwicklung seit 2006 in verschiedenen Ländern Mitteleuropas bis zur Bundestagsdebatte im November 2015. Michael Popović hat auch seinen umfangreichen Beitrag über Palliativmedizin auf den neuen Stand gebracht.

Der Leser erfährt, wie hilfreich die Palliativmedizin sein kann und wie sie sich bis zum heutigen Tag weiterentwickelt hat. Das strikte „Nein“ zur aktiven Sterbehilfe wird in dem Werk klar ausgesprochen und ebenso überzeugend begründet wie die Pflicht zur Sterbebegleitung für ein würdiges Lebensende. Alle Vorträge sind in Tschechisch und Deutsch abgedruckt.

Angelika Steinhauer

Bestelladresse:

Institut für Kirchengeschichte von Böhmen-Mähren-Schlesien

Haus Königstein, Zum Sportfeld 14 D-63667 Geiß-Nidda

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