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Marie Knitschke - Egon Schiele - Wilhelm Runge

Musikerin, Heimatforscherin und Schriftstellerin Marie Knitschke

„Amor denkt man sich und malt man stets mit Flügeln – soll dies eine Mahnung sein, dass Liebe rasch verfliegt.“ Dieser eine Satz aus der Sammlung Giftpilze. Erfahrungen aus meinem Leben (entnommen aus Anthologie der deutschmährischen Literatur, (Olmütz 2014) zeigt wohl schon mindestens eine Erfahrung aus dem Leben der am 3. Mai 1857 in Mährisch Schönberg als Marie Axmann Geborenen auf.

Nach der Schulzeit hielt sich die spätere Schriftstellerin zur Weiterbildung in Olmütz auf, wo sie auch ihren späteren Ehemann Adolf Knitschke, ein Bahnbeamter, kennenlernte und 1873 heiratete. Nach der Trennung von ihm verdiente sie ihren Unterhalt für sich und ihre Kinder durch Klavier- und Gesangsunterricht sowie als Schriftstellerin auf dem Gebiet der heiteren Musen.

Auch als Heimatforscherin, vor allem für ihre Heimatstadt Mährisch-Schönberg, war sie etwa durch das historische Schauspiel Alt Schönberg (1909) oder mit Agneta, die Hexe von Ullersdorf (1912) tätig. Letzteres resultierte aus ihrer Beschäftigung mit der Epoche der Hexenprozesse Ende des 17. Jahrhunderts in Nordmähren.

In ihren Schwänken waren die Hauptrollen meist Frauen bestimmt. Sie verfasste aber auch Gedichte, Erzählungen, Feuilletons, Märchen und Bühnenstücke. Knitschke verstarb am 14. Dezember 1940 in Mährisch-Schönberg.

Von ihr erschienen 1892 Gedichte und Erzählungen in zwei Bänden unter dem Titel Erlebtes und Erdachtes.

Julia Nagel

 


 

VERSENSPORN - Heft für lyrische Reize

Nr. 22: Egon Schiele

20 Seiten,  Broschur, Klammerheftung, Umschlagmotiv: Egon Schiele, Erste Auflage 2015: 100 Exemplare, Preis:€  4,--

Egon Schiele (1890-1918)

Geboren am 12. Juni 1890 in Tulln/Niederöst. 1906 Aufnahmeprüfung an der Akademie der Bildenden Künste. Unzufriedenheit mit der starren akademischen Ausbildung. 1907 Bekanntschaft mit Gustav Klimt. 1908 erste Ausstellungsbeteiligung. 1909 Abbruch des Studiums; mit Gleichgesinnten Gründung der „Neukunstgruppe“. Lösung vom dekorativen Jugendstil und Hinwendung zum Expressionismus. 1910 entstehen zahlreiche Gedichte. Umzug nach Krummau.

Die freie Lebensgemeinschaft mit Wally Neuzil und die Arbeit mit Aktmodellen wird dort bald als anstößig empfunden; Umzug nach Neulengbach, wo die Arbeit mit Kindermodellen zum Eklat führt: Verhaftung, Untersuchungshaft, Prozess; Freispruch von der Anklage der Kinderschändung, aber wegen der fahrlässigen Verwahrung unsittlicher Zeichnungen Verurteilung zu drei Tagen Arrest. Umzug nach Wien.

1914 erstmals Gedichte in der expressionistischen Zeitschrift Die Aktion. 1915 Heirat mit Edith Harms. Militärdienst. 1918 Teilnahme an der Jahresausstellung der Wiener Secession. Am 28. Oktober 1918 erliegt Schieles schwangere Frau Edith in Wien der Spanischen Grippe; Egon Schiele, ebenfalls infiziert, stirbt drei Tage später.

Das Heft vereint alle bislang bekannten und sicher von ihm verfassten lyrischen Texte Egon Schieles aus den Jahren 1909 bis 1911 (insgesamt 26). Exklusiv den Exemplaren der Abonnenten liegt ein Faksimile von Schieles Gedichtmanuskript Ein Selbstbild (Ich bin für mich) bei.


 

Nr. 5: Wilhelm Runge

32 Seiten,  Broschur, Klammerheftung, Umschlagmotiv von Wilhelm Morgner Erste Auflage 2012: 100 Exemplare, Preis: 3,00 €

Wilhelm Runge (1894-1918)

Geboren am 13. Juni 1894 in Rützen (Schlesien). Nach Besuch des Gymnasiums in Glogau um 1910 Wechsel auf das Askanische Gymnasium in Berlin. Bereits als Schüler veröffentlicht er im August 1912 ein erstes Gedicht in Herwarth Waldens Wochenschrift Der Sturm. 1914 Abitur und Meldung als Kriegsfreiwilliger. Einsatz an der Westfront. Wohl im Oktober 1915 zum ersten Mal direkter Kontakt zu Nell und Herwarth Walden und dem Künstlerkreis um den Sturm.

Ab Januar 1916 regelmäßige Veröffentlichungen seiner „Lieder“ im Sturm. Ab ca. Februar 1917 Stationierung vor Arras. Ethische und religiöse Radikalisierung; erwägt als Konsequenz daraus, den Kriegsdienst zu verweigern. Am 22. März 1918 fällt Wilhelm Runge während eines Sturmangriffs in der Nähe von Arras. Am selben Tag erscheint sein einziger Gedichtband Das Denken träumt.


Das Heft bietet insgesamt 58 Texte. Neben einer Auswahl aus Runges einziger Buchveröffentlichung Das Denken träumt werden auch Texte präsentiert, die nur im Sturm erschienen sind.

Zu beziehen unter:

http://www.poesieschmecktgut.de/versenspornstart.htm

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