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Martin Hobek: Der Rest ist Österreich

Martin Hobek:

„Der Rest ist Österreich!“

Zum Vertrag von  Saint-Germain-en Laye 1919

Eckartschrift Nr. 150, 116 Seiten,  zahlr. Abb. und Karten, Preis: € 6,75

Zu beziehen durch die Österreichische Landsmann­schaft, A-1080 Wien, Fuhrmannsg. 18a.

Tel.:  0043 – (0)1–408 22 73-2; Fax: –40 22 882 E-Post: info@oelm.at

Der Autor stellt mit dieser Schrift die Verklei­nerung des habsburgischen Österreichs zum sprich­wört­lichen „Rest“ (Clemenceau) in all ihren Facetten dar. Zu diesem Zweck geht er gesondert auf alle Nach­bar- und Nachfolgestaaten und auch auf alle öster­reichischen Bundesländer ein.

Neben dem oft abgehandelten schmerzlichen Verlust Südtirols und dem tapfer erkämpften Erhalt Südkärntens, sozu­sagen ein „Pflichtpro­gramm“ zu diesem Thema, zeigt der Verfasser beispiels­weise anhand Liechten­steins die enge Verflechtung Mitteleuropas auf. Das Fürstentum am Rhein war bis zum Ende des Ersten Weltkrieges mit Österreich in einer Zollunion verbunden.

Verwaltet wurde es vom damaligen Fürsten Johann II. nicht von Vaduz, sondern vom bis 1919 nieder­öster­­reichi­schen Feldsberg aus, wo der Landesvater 1929 nach 71jähriger Regierungs­zeit sterben sollte. Geboren wurde er im benachbarten südmährischen Eisgrub.

1919 fielen beide Besitzungen an die neugegründete Tschechoslowakei, die drei Jahrzehnte vor der kommunisti­schen Machtübernahme umfangreiche Enteignungen durchführte. Mit der Abtrennung Südmährens wurde Wien dem Hungertod nahegebracht. Die Bevölkerung des nunmehrigen „Wasserkopfes“ holzte im furcht­baren Hungerwinter 1918/19 den Wienerwald ab und beklagte eine 20mal höhere Säuglings­sterblichkeit als jetzt.

Der Autor zeigt mittels Lebensgeschichten Hintergründe der damals Mächtigen sowie auch manche Kuriosa auf, wie etwa die unglückliche Fehlent­scheidung des ver­schro­benen US-Präsi­denten Wilson, das neutrale Genf als Konferenzort zu verhindern, weil der dortige See „mit Giftstoffen geschwän­gert“ sei.

Die Vormachtstellung der Ver­einigten Staaten war aber nicht die einzige Neu­heit im Paris des Jahres 1919. Die von der Volksmeinung abhängigen Regierun­gen mußten erstmals den Umgang mit der demokratischen Presse lernen. Das führte zu allerlei Legendenbildungen, denen der Autor auf den Grund geht.

So stellte die offen manipulierte Ödenburger Volksab­stimmung eine Farce zum Schutz der öster­reichischen Verhandler dar, die sich auf den Kompromiß der Abtretung Ödenburgs eingelassen hatten.

In den Wirren der Nachkriegsmonate ließen die untereinander zerstrittenen Sieger mit ihren Beschlüssen von Versailles und St. Germain eine Friedensordnung entstehen, deren Untauglichkeit viele Konferenzteilnehmer noch vor Ort erkannten. Die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges mit den darauffolgenden Beschlüssen von Jalta und Potsdam sollte dann die harten Friedens­bestimmungen für Österreich und Deutschland auf grausamste Art festschreiben.

 

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