Sie sind hier

Michael F.R. Popović: Böhmische Heiler

Michael F.R. Popović,

Böhmische Heiler.

Es war einmal: Zauberhafte Geschichten vom Habichtgebirge.

Ein neues Buch über Ärzte in Nordböhmen

2015, 142 Seiten, bebildert, Paperback, ISBN 978-3-87336-489-9. Preis: Euro 18.-  

Gerhard Hess Verlag Herman-Hesse-Str. 2, 88427 Bad Schussenried, Tel.:0049 (0) 7583/ 946623, Fax:0049 (0) 7583/946624

E-mail: gerhard-hess-verlag@web.de                            www.gerhard-hess-verlag.de

Dr. Michael Popović ist nicht nur seinen sudetendeutschen Landsleuten als Erster Schriftführer und Schriftleiter der „Sudetendeutschen Familienforschung“ bekannt,  sondern vor allen vielen an Europa und an der deutsch-tschechischen Aussöhnung Interessierten durch seine Tätigkeit als Hauptgeschäftsführer der Landesärztekammer Hessen. In dieser Funktion war er nach der politischen Wende des Jahres 1989  maßgeblich beteiligt, den Transformationsprozess des Gesundheitswesens in der Tschechischen Republik voranzubringen.

Das tat er auf verschiedenen Ebenen als Consultant des Tschechischen Gesundheitsministeriums, als Berater für den Aufbau der Tschechischen Ärztekammer und als Mitglied verschiedener Sachverständigenkommissionen. Seit 2007 ist er Präsident der Deutsch-Tschechischen Gesellschaft für Palliativmedizin. Der Gründung dieser Gesellschaft ging 2006 eine deutsch-tschechische Konferenz von Fachleuten in Saaz/Satec voraus, auf der deutsche und tschechische Wissenschaftler auf der Grundlage des Werkes des Johannes von Saaz „Der Ackermann aus Böhmen“ Fragen von Tod und Sterben und die Notwendigkeit der Palliativmedizin behandelten. 

Auf dem diesjährigen Sudetendeutschen Tag in Augsburg legte Popović sein Buch „Böhmische Heiler“ vor, in dem er Wundärzte aus Nordostböhmen in der Region zwischen Nachod und Königgrätz vorstellt. Es waren dies Männer, die als Chirurgen und Orthopäden nicht nur in ihrer Heimat wirkten, sondern teilweise weit über Böhmen hinaus bekannt waren. Popović kann solche Heiler durch drei Jahrhunderte nachweisen, denn er belegt die Ersten dieser böhmischen Mediziner bereits für das Jahr 1715.

Der Untertitel des Buches „Es war einmal: Zauberhafte Geschichten vom Habichtsgebirge“ überrascht manchen Leser zunächst, aber der Autor weist nach, dass diese böhmischen Heiler immer im Bewusstsein des Volkes bei Tschechen und Deutschen weiterlebten und dass diese Erzählungen sogar von Karel Čapek aufgegriffen wurden.    

Der Verfasser stellt seinem Buch eine Aussage von Stefan Zweig voran: „Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt“.  Diese Wurzeln bringt uns Popović nahe, indem er über Familienforschung diesseits und jenseits der Sprachgrenze informiert und über das Nachleben dieser Heiler in der tschechischen Literatur. Er behandelt dann verschiedene Familien, ja Dynastien von Wundärzten aus den Familien Pich, Pfeifer und Kutik, macht uns mit den „Kräuterweibla“ und den legendären Salben aus der Schule von Pich bekannt, der wegen seiner schwarzen Salbe als „Pechhannes“ in die Geschichte einging.

Der Name Popović ist serbisch, denn die ersten Vertreter dieses Namens in Nordböhmen kamen von der Militärgrenze in im Dienste des Kaisers in Wien nach Böhmen. Das belegt der Verfasser als kundiger Familienforscher  mit Quellen und Stammbäumen der von ihm behandelten Ärzte, die oft auch seine Vorfahren waren.

Das Buch ist anschaulich illustriert, alle Aussagen sind in zahlreichen Anmerkungen belegt, auch mit Hinweisen auf benutzte Software in der Ahnenforschung. So weckt diese Publikation  bei der Lektüre Hunger nach mehr.  Möge uns die Vereinigung der sudetendeutschen Familienforscher deshalb doch bald auch andere ähnliche Kleinodien der Familienforschung schenken und auch bei anderen Berufen die Gemeinsamkeiten  der beiden Völker Böhmens aufzeigen.

Rudolf Gruhlich

Bereich: 

Theme by Danetsoft and Danang Probo Sayekti inspired by Maksimer