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Rede DI B.Hartunian

Festrede beim Sudetendeutschen Heimattag in Klosterneuburg

Utl.: Vor 100 Jahren Völkermord an den Armeniern – vor 70 Jahren an den Sudetendeutschen

Wir bringen eine kurze Zusammenfassung der Festrede von Dipl.Ing.Beransch Hartunian-T., dem Präsidenten der Österreichisch-Armenischen Kulturgesellschaft

Verfolgung,  Vertreibung  und  Ermordung !

Im  Ersten  Weltkrieg:  Die  Armenier

und  30  Jahre  später  nach dem  Zweiten  Weltkrieg:  Die Sudetendeutschen

 

Zwei Zitate:

„Man braucht für den Umgang mit der Geschichte einen gewissen Anstand, eine gewisse Ethik. Wo beides fehlt, nutzen die Dokumente wenig.“ (Hrand Dink, Türkisch-armenischer Journalist (*1954 - † 2007) auf offener Straße in Istanbul von Nationalisten ermordet.) und

„Die Vertreibung der Sudetendeutschen ist ein Akt des Völkermordes …. Der nicht  verjährt …“ (aus dem Rechtsgutachten des Völkerrechtlers Felix Ermacora. (*1923 - † 1995))

Im  April 2015 jährte sich der Völkermord an den Armeniern zum 100. Mal. Mehr  als 1,5 Millionen Armenier fielen diesem Verbrechen zum Opfer, sie starben auf Todesmärschen in der Syrischen Wüste oder in den Vernichtungslagern und Gefängnissen. Für die Opfer macht es keinen Unterschied, ob sie im Rahmen einer gezielten  Vernichtungsaktion des Osmanischen Reiches starben, oder durch unnötige sogenannte  kriegsnotwendige Deportationen.

Allerdings macht es einen Unterschied für die heute in der Welt zerstreut lebenden Armenier und die Geschichte selbst. Dass der armenischen Bevölkerung heute noch ein Anliegen ist, die Verbrechen, die  ihrem Volk 1915 bis 1918 angetan wurden, als Völkermord bewertet zu sehen, ist verständlich.

Die Türkei leugnet bis Heute. Diese Leugnung der türkischen Regierung steht wie ein Hindernis  zwischen den Verbrechen der Vergangenheit und dem Bewältigungsprozess, der von Armenien  seit Jahren herbeigesehnt wird. Mein Wissen zu dem Thema erschließt sich größtenteils aus ausgiebiger verschiedener Sprach-Literaturrecherchen sowie Gesprächen mit Armeniern, Türken, Persern und Kurden, - ich beherrsche diese Sprachen - und Erzählungen von meinen Eltern, Großeltern und Verwandten.

Der 24. April 1915 gilt als Beginn des eigentlichen Völkermordes an den Armeniern, denn an diesem Tag wurden in Konstantinopel etwa 2.350 Armenier verhaftet, allesamt Politiker, Schriftsteller, Ärzte, Publizisten und Priester. Nach dem Genozid 1915 wuchs die bereits existierende armenische Diaspora stark an, dies führte dazu, dass heute nur ein Bruchteil aller  Armenier in Armenien selbst lebt.

Über 90 Jahre nach der Verweigerung ihres Selbstbestimmungesrechtes durch den Vertrag von St. Germain und 70 Jahre nach ihrer Vertreibung haben sie ihren Zusammenhalt bewahrt. Jedes Jahr kommen bei den verschiedenen Treffen, von denen  der Sudetendeutsche Tag das größte ist, über eine Million Sudetendeutsche zusammen.  

„Ich werde meine Rede mit Erinnerung und Ehrung bedeutender Sudetendeutscher die im Laufe der Jahrhunderte für Österreich Wesentliches leisteten beenden. Einige Persönlichkeiten, die  selbst, oder deren Eltern aus dem Sudetenland kamen, sollen stellvertretend für viele genannt sein: Der Bundespräsidenten Renner, Körner, Schärf, Bundeskanzler Raab, Ferdinand Porsche, Josef Ressel, Viktor Kaplan, Franz Kafka, Franz Schubert, Siegmund Freud, Marie von Ebner-Eschenbach, Bertha von Suttner, Gustav Peichl und die Industriellenfamilien Riedel, Swarovski und Turnauer. Ihre enorm großartigen Leistungen sind ein Stück gemeinsamer Vergangenheit und Ansporn für  die Gegenwart und Zukunft. Es gibt viele Armenier, die mehr, oder weniger, oder leider sehr wenig über das Schicksal der Sudetendeutschen informiert sind. Aber eines möchte ich Sie  versichern, dass jeder Armenier Ihr Leiden mitfühlen kann, da die Armenier dieses Leid von ihrem eigenen Schicksal sehr gut kennen!“

Dankbarer Beifall der rund zweihundert Besucher dankten dem Redner für die Darstellung des Genozids an den Armeniern und die Würdigung der Sudetendeutschen Volksgruppe

 

 

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