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Reden der Politiker

Sudetendeutscher Heimattag 2015 in Klosterneuburg         

Grußworte der Parteienvertreter

Namens der Stadt Klosterneuburg – der Patenstadt der Sudetendeutschen Landsmann-schaften begrüßte Vizebürgermeister Reg.Rat Richard Raz (ÖVP) für den entschuldigten Bgm. Mag. Stefan Schmuckenschlager die Gäste in der Babenberger Halle.

 

Er führte aus:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Vorjahr feierten wir hier in Klosterneuburg das 50jährige Bestehen der Patenschaft.

Was bedeutet eigentlich Patenschaft?

Die Definition sagt: „Als Patenschaft wird die freiwillige Übernahme einer Fürsorgepflicht bezeichnet.“  Patenschaft bezeichnet Fürsorge!

Eine Fürsorge, für die wir uns als Stadt über dieses halbe Jahrhundert einsetzen, und die wir, - wie ich meine -, auch umsetzen. Durch laufende Publikationen, durch Unterstützung von Veranstaltungen, oder durch Förderung der Erhaltung des historischen Erbes.

Stichwort: Mährisch – Schlesisches Heimatmuseum, welches seit über 40 Jahren in der Rostockvilla in unserer Stadt beheimatet war. Ich sage leider war, denn mit 1. Sept. dieses Jahres mußte das Museum für Besucher geschlossen werden, da der Verkauf der Rostockvilla durch das Land NÖ ansteht.

Und hier sehen wir uns als Patenstadt in unserer Fürsorgepflicht wieder besonders gefordert.

Seit dem Bekanntwerden des beabsichtigten Verkaufes der Rostockvilla durch den Eigentümer Land NÖ, haben wir als Stadtverantwortliche, intensive Bemühungen angestellt, um den Fortbestand des Museums in unserer Stadt zu gewährleisten.

Dem derzeitigen Stand der Verhandlungen entsprechend, kann ich hier bekannt geben, dass  von Seiten der Stadt eine Lösung vorgeschlagen wird, die den Weiterbestand des Museums in der Patenstadt Klosterneuburg sicherstellen könnte.

Ich sage absichtlich könnte, da die Verhandlungen noch laufen und ich ersuche um Verständnis, diesbezüglich noch keine weiteren Umstände bekannt geben zu können.

Hoher Heimattag!

Ich möchte, durch das Ansprechen dieser gegenwärtigen Situation, aufzeigen, wie wichtig sich für die Stadt Klosterneuburg die Patenschaft und die Verbundenheit mit der sudetendeutschen Landsmannschaft, darstellt.

Ich heiße Sie nochmals sehr herzlich willkommen und wünsche dem Heimattag 2015 noch einen guten Verlauf! Alle Gute!“

 

Die Freiheitliche Vertriebenensprecherin NR-Abg. Anneliese Kitzmüller erklärte:

„Das Motto Ihrer diesjährigen Festveranstaltung birgt gleich zwei Katastrophen der jüngeren europäischen Geschichte!

Vor 100 Jahren wandte sich der Sturm des Hasses gegen die armenische Volksgruppe auf dem Staatsgebiet der heutigen Türkei – nur 30 Jahre später erreichte der Sturm des Hasses auch die Altösterreicher deutscher Muttersprache. Über den Völkermord an den Armeniern wurde jahrzehntelang ein Schleier des Schweigens über Europa ausgelegt! Ebenso auch über die begangenen Völkermorde der Kommunisten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Nun, im Jahre 2015 ist es wenigstens soweit, dass die Leiden der Armenier und der Opfer des Kommunismus in Europa zumindest nicht mehr von staatlicher Seite relativiert werden.

Ich erinnere hier nur an Aussagen wie „erzwungener Wandertag“ in Bezug auf den Brünner Todesmarsch, aber auch die Äußerungen der offiziellen Türkei bezüglich des Völkermordes an den Armeniern sind schlichtweg ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die jemals Not durch Vertreibung erleiden mussten. Aussagen wie etwa „Behauptungen über den Völkermord an den Armeniern“ oder „Angeblicher Völkermord an den Armeniern“ seitens der offiziellen Türkei sind einfach nicht hinnehmbar und beweisen einmal mehr, dass die Türkei kein Staat ist, der nach den Grundsätzen der westlichen Weltanschauung funktioniert.

Die Erlebnisgeneration, die bereits ab 1944 aus Ost- und Südosteuropa vor der heranrückenden Roten Armee fliehen musste, begann sofort nach dem Ende des Krieges mit dem Wiederaufbau ihrer „alten Heimat“ Österreich. Dies allerdings unter Umständen, die heute schier nicht mehr vorstellbar sind!

Die „alte Heimat“ besetzt und ausgeplündert von fremden Truppen – man selbst galt als „DP - displaced person“, auf Deutsch als „Heimatloser“. Als Heimatloser war man rechtlos in allen Belangen. Durch Ihren unermüdlichen Fleiß, Ihr mitgebrachtes Wissen und Ihren Glauben an die „neue Heimat“ Österreich wurde erst durch Sie alle das sogenannte „Wirtschaftswunder“ überhaupt erst möglich. In nur wenigen Jahren beseitigten Sie alle nicht nur die schweren Kriegsschäden, sondern wurden wieder in vorbildlichster Weise ein Teil dieser Gesellschaft.

Genau das Selbe galt auch für die Armenier.

In Österreich angekommen, froh dem Terror entkommen zu sein, krempelten unsere neuen Staatsbürger sofort die Ärmel auf. Sie begannen, die hier vom Ersten Weltkrieg und der Wirtschaftskrise schwer gebeutelte und noch so junge neue Republik zu errichten und zu gestalten.

Dafür möchte ich der armenischen Gemeinschaft in Österreich auch ganz besonders meinen Dank du meine Anerkennung aussprechen. Meinen Dank, dass Sie an die noch junge Republik Österreich geglaubt haben und mit aller Kraft an Ihrer Festigung, sei es wirtschaftlich oder kulturell, gearbeitet haben.

Nun, im Jahre 2015 ist Ihnen allen, sei es den „Altösterreichern deutscher Muttersprache“ wie auch der armenischen Gemeinschaft in Österreich immer noch nicht erlaubt einen Gedenktag für sich in Anspruch zu nehmen. Dieses Faktum, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist schlichtweg nicht hinnehmbar. Es scheitert immer wieder an der Ablehnung des offiziellen Österreich.

Daher sehe ich es als meine Aufgabe an, mittels Anfragen an die jeweils zuständigen Ministerien, Reden im Parlament, wie auch mittels einer engen Zusammenarbeit mit den einzelnen Organisation der Vertriebenen endlich ein Umdenken bei den jeweiligen Ministerien zu erwirken und Ihnen allen die Anerkennung zukommen zu lassen, die Sie alle auch verdienen!

Gemeinschaft macht stark! Daher finde ich es auch sehr gut, dass sich hier am Sudetendeutschen Heimattag 2015 auch Vertreter der armenischen Gemeinschaft in Österreich befinden und gemeinsam eine Feier zur Erinnerung an einen leider immer noch viel zu unbekannten Völkermord begehen.

Wir müssen all jenen, für die Vertreibung und Völkermord nur mehr eine Fußnote, eine Randbemerkung in den Geschichtsbüchern ist, deutlich machen, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit jeden Tag aufs Neue verteidigt und mit Leben gefüllt werden müssen!

Wir müssen dafür arbeiten, dass das Andenken an Flucht und Vertreibung nicht in Vergessenheit gerät.

Wir müssen auch darüber aufklären, dass unsere Landsleute, die in Österreich, in Ihrer alten bzw. neuen Heimat sich nicht zu integrieren hatten, denn sie stammen aus dem selben Kulturkreis, sprachen die selbe Sprache und waren alle Christen.

Abschließend wünsche ich uns allen noch einen würdigen Verlauf der diesjährigen Gedenkveranstaltung und bedanke mich bei dem Veranstalter für die Organisation des diesjährigen Gedenkens.“

 

LAbg.a.D. Volkmar Harwanegg (SPÖ) vertrat LH Dr. Michael Häupl

LAbg. Harwanegg überbrachte herzliche Grüße des Wiener Bürgermeisters Dr. Häupl an die Festversammlung. Er betonte die gelungene Integration der deutschen altösterreichischen Heimatvertriebenen und strich den wesentlichen Anteil am Wiederaufbau ihrer neuen Heimat, der Republik Österreich hervor.

Die durch die Vertreibung traumatisierten Vertriebenen haben es verdient, dass die betreffenden Beneš-Dekrete endlich aufgehoben werden und die Vertriebenen rehabilitiert wären!

Das Beispiel Brünn – der Marsch von Pohrlitz nach Brünn – in der umgekehrten Richtung des Brünner Todesmarsches am 30.Mai 1945 – macht Hoffnung auf einen Beginn der Aufarbeitung der tschechischen Geschichte.

LAbg. Ernst Woller (SPÖ) vertrat Bgm. Häupl bei diesem Marsch nach Brünn und bei der Veranstaltung am Mendelplatz.

 

 

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