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Südmähr. Kulturpreis an Prof. Leopold Fink

 

Leopold Fink, Träger des Südmährischen Kulturpreises

Anlässlich des Südmährertreffens in Geislingen an der Steige, Deutsche Bundesrepublik, (31. Juli bis 2. August 2015), wurde einem unserer aktivsten und dynamischsten Südmährer, Landsmann Leopold Fink, durch Landschaftsbetreuer Franz Longin und Oberbürgermeister Frank Dehmer der Südmährische Kulturpreis 2015 verliehen.

Foto: Geislinger Zeitung

Zum Lebensweg und den Verdiensten des Geehrten ergriff in der Folge der Obmann des Kulturverbandes der Südmährer in Österreich, Dkfm. Hans-Günter Grech, das Wort:„Leopold Fink wurde am 11.November 1932 als Sohn der Eheleute Matthäus und Ottilie Fink in Leipertitz, Kreis Nikolsburg, Südmähren geboren. Im Heimatort besuchte er die Volks- und in Dürnholz die Hauptschule.

1945, während der Beschlagnahme seines Elternhauses durch Tschechen, wurden seine Eltern schwer misshandelt. In der Nacht darauf flüchteten sie „mit nichts, außer dem Leben“ nach Österreich. In Neudorf/NÖ, später in Wien beendete er seine Schulausbildung.

Sein Berufsweg und seine ehrenamtlichen Tätigkeiten (in Schlagworten):

Dreher-Facharbeiter, Schlossermeister, Schweißwerkmeister, Berufserzieher bei schwererzieh­baren Jugendlichen. Ehrenamtlicher Bewährungshelfer für straffällig gewordene Jugendliche. Aus­gezeichnet vom Bundesminister für besondere Erfolge. Lehramtsprüfung für den gewerblichen Fachunter­richt. Zertifikat zum staatlich geprüften Sportlehrer und Leibeserziehung an Schulen.

Überstellung an die Höhere technische Bundeslehranstalt Wien 4., Unterricht in Leibeserzie­hung und fachbezogenen Gegenständen, Ernennung zum Fachlehrer. Oftmaliger Seminarleiter und Referent in diesen Fachbereichen sowie diverse Publikationen.

Autodidaktische sportliche sowie pädagogische Weiterbildung und Ernennung zum Professor für Pädagogik an berufspädagogischen Akademien durch den österreichischen Bundespräsidenten.

Überstellung in das Pädagogische Institut und an die Berufspädagogische Akademie des Bun­des: Tätigkeit als Referent im Neulehrer- und Weiterbildungsbereich für Lehrer an mittleren und hö­heren berufsbildenden Schulen. Fächer: Leibesübungen, Unterrichtstechnologie, Betriebslehre, Computergesteuerte Werkzeugmaschinen und Robotik, Fachdidaktik, allg. Didaktik. Medienrefe­rent und Leiter der Medien-Werkstätte. Auch in diesen Tätigkeitsbereichen oftmaliger Seminarleiter und Re­ferent sowie Verfas­ser umfangreicher Fachpublikationen.

Seine landsmannschaftliche Tätigkeit (nach Innen und Außen)

Seine „Arbeit nach Innen“ dokumentiert sein Engagement bei den österreichischen Heimat-vereinen (Ermacora-Institut, VLÖ, SLÖ, Dachverband der Südmährer).

Seine „Arbeit nach Außen“ bekunden Leserbriefe, Artikel in verschiedenen Heimat-, Tages- bzw. Wochenzeitungen. Auch unterstützte er aus seiner umfangreichen Bilder-Sammlung verschiedene Ausstellungen, Heimatbücher, Filmproduktionen sowie Festschriften, entwickelte Faltblätter über Südmähren (auch in Tschechisch), über das Haus der Heimat (VLÖ) und das Sudetenland (SLÖ). Oftmaliger Zeitzeuge in Gymnasien und Lehrerbildungsanstalten zum Thema: „Vertreibung der Sudetendeutschen“.

Sein Heimatbuch

Tief sind die Wurzeln“ soll jenen Landsleuten Freude bereiten, die ihre Heimat noch tief in ihrem Herzen tragen. Es soll ihre Erinnerungen wecken, aus denen sie ihre Lebenskraft schöpfen. Sie sollen sich über das von ihren Ahnen Geschaffene erfreuen, sich wieder in jahrhundertealter Tradition geborgen fühlen. - Das größte Vermächtnis, das sie ihren Kindern hinterlassen können, ist die Kraft, die sie aus ihrem bitteren Schicksal gewonnen haben, aber auch aus ihren glücklichen Er­innerungen, jene kostbaren und prägenden Augenblicke des Lebens, die liebevoll in diesem Buche bewahrt werden.

Den Wert dieser Bilddokumentation, mit kleinen Erzählungen, Gedichten und Sprüchen, bestä­tigt die Auszeichnung durch die Niederösterreichische Landesregierung, aber auch die starke Nach­frage, welche bereits eine fünfte Auflage erforderte.

Seine Initiativen zur Schaffung einer Gedenkstätte in seinem Heimatort:

Bei Besuchen des heimatlichen Ortsfriedhofes erlebte Prof. Fink das Verschwinden der letzten Zeugen unse­res Dortseins. Diese schockierende Einsicht war für ihn der Anstoß, auf dem Gottesa­cker eine Ge­denkstätte (48 Grabstätten) mit einem Heimatdenkmal, zu errichten. Damit wollte er der heiligen Verpflichtung unseren Altvorderen, Gefallenen und Vermissten gegenüber, einlösen.

An diesem geweihten Ort können sich nun Freunde und Leidensgenossen gemeinsam erinnern und ihrer unverlierbaren Heimat ganz nahe sein.

Das Motto dieses Heimatdenkmals: „Jedes Menschen Zukunft wurzelt in seiner Vergangenheit“

Das Internet, das Maß aller Dinge

Um das Verbrechen der Vertreibung auch im aktuellsten und effizientesten Medium unserer Zeit  aufzuzeigen und vor allem auch die Nachfolgegenerationen anzusprechen, installierte er zwei  „Heimatseiten“ (Homepages) im globalen Netz. Deren Qualität bestätigen Dutzende „Links“ (Verbindungen), die bereits darauf Bezug nehmen. 

Viele Bilder, Sprüche und Kurztexte vermitteln darin ein authentisches Bild der jahrhunderteal­ten südmährischen Kultur im unvergessenen Sudetenland. Aus den Seiten blicken uns die Gesichter vertrauter Menschen entgegen, wir begleiten sie in Gedanken durch ihren einstigen Heimatort, über die fruchtbaren südmährischen Felder, durch den bäuerlichen Alltag und zu ihren fröhlichen Festen. Dabei erleben wir wieder ihr von Sitten, Bräuchen und von Tradition geprägtes Leben.

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia, das weltweit führende, internationale Nachschlagewerk

Unsere Kultur und Geschichte und unser Schicksal verschwindet immer mehr aus dem Be­wusstsein der hektischen Jetztzeit, es wird von neuen Grausamkeiten überdeckt. Trotzdem besteht ein steigender Trend in Richtung Familien- und Vergangenheitsforschung in unseren Herkunftslän­dern. Das bestätigt das allgemeine Interesse, aber auch dass unsere Kinder und Kindeskind­er auf der Suche nach ihren Wurzeln sind. Ihre Fragen "Woher komme ich?" und "Wie war es wirk­lich?" dürfen nicht von Nichtbetroffenen und Geschichtsverfälschern beantwortet wer­den.

Diesem Auftrag, der Wahrung unseres geschichtlichen Erbes auf lexikalischer Ebene, hat sich auch Leopold Fink mit mehr als 4000 Einträgen in 272 Bereichen (Ort­schroniken, Vertreibung, su­detendeutsche Persönlichkeiten, ...), angenommen. Die Qualität seiner Einträge be­zeugt der Veröf­fentlichungsprozentsatz von 98,81%. Alle bearbeiteten Themen erhielten das Prädi­kat „Höchste Themenüberein­stimmung“, wurden dadurch in den Suchmaschinen erstgereiht, sind extrem stark vernetzt und be­reits in allen großen Weltsprachen vorprogrammiert.

Seine private Welt:

Seit 1958 ist Leopold Fink mit seiner Luise verheiratet. Sie haben drei Kinder, fünf Enkelkin­der und einen Urenkel. Nur mit Hilfe ihrer Zuneigung und ihres Verständnisses konnte er diese so weit gestreuten und intensiven Aktivitäten, die seine Lebensbahn bestimmten, bewältigen.

Resümee:

Sein beruflicher und privater Lebensweg, aber auch seine Öffentlichkeitsarbeit demonstrieren uns seine ganz persönliche „Lebens-Suche“, aber auch seine tiefe Verwurzelung in seiner Herkunft.

Wir gratulieren unserem Landsmann Prof. Leopold Fink auf das Herzlichste zu diesem großen Heimatpreis.

 

 

 

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