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Sudetendeutsche Kulturpreise 2016

 

Sudetendeutsche Landsmannschaft gibt Kulturpreisträger 2016 bekannt.

 

Die Sudetendeutschen Kulturpreise werden am Vorabend der Eröffnung des  67. Sudetendeutschen Tages (14. und 15. Mai 2016) am Freitag (13. Mai 2016) vor Pfingsten in Anwesenheit von Schirmherrschaftsministerin Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration vom Volksgruppensprecher Bernd Posselt an folgende Persönlichkeiten verliehen:

 

Der Große Sudetendeutsche Kulturpreis 2016 geht an den Diplom-Designer Helmut Hellmessen.

1924 in Karlsbad geboren, begann Hellmessen unmittelbar nach der Vertreibung seine künstlerische Ausbildung an der Werkkunstschule Offenbach. Der außergewöhnliche Zeichner setzt sich in seinem Werk besonders mit der griechischen Mythologie und seiner Heimat, dem Böhmischen, auseinander. Dabei beschäftigte er sich nicht nur zeichnerisch mit Prag, sondern hielt Angst, Panik, Gewalt meisterhaft im „Skizzenbuch der Vertreibung“ fest. In seiner Biografie sticht die Beteiligung an den Guinness World Records als „The most productive graphic Artist“ hervor.

 

Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur 2016 erhält der 1940 in Freiwaldau geborene Diether Kunerth.

Nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München wurde Ottobeuren der Ort seines künstlerischen Wirkens. Zunächst expressionistisch und farbintensiv, dann pointilistisch und strukturiert, ursprünglich und kraftvoll, assoziativ und evokativ, monochrom und komplementär, asketisch und feingliedrig und schließlich lebhaft und tänzerisch – mit diesen Adjektivpaaren könnte man die Stilphasen Kunerths charakterisieren. Ein Großteil seines Werks befindet sich in dem eigens gebauten „Museum für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth“ in Ottobeuren und wird somit immer für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

 

Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Musik 2016 geht an den 1954 in Thanstein geborenen Paul Windschüttl.

Nach dem Studium von Orgel, Trompete, Cembalo und Generalbass wurde Windschüttl nicht nur begeisterter Musiker, sondern auch Leiter der Landkreismusikschule Cham. In dieser Funktion setzt er sich engagiert und aus tiefster Überzeugung für den Aufbau und die Pflege von Musikkontakten zum tschechischen Nachbarn ein. So öffnete er seine Schule früh für tschechische Lehrkräfte und initiierte mancherlei grenzüberschreitende Projekte, aus denen nachhaltige und dauerhafte Kooperationen hervorgingen. 

 

Christoph Janacs erhält den Sudetendeutschen Kulturpreis für Literatur und Publizistik 2016.

Der 1955 in Linz Geborene setzt sich intensiv mit Pablo Picassos Gemälde „Guernica“ auseinander. Es wurde für ihn zum Ausgangspunkt einer literarischen Verknüpfungsspur zu unterschiedlichen Äußerungen der Gewalt in Geschichte und Gegenwart. Christoph Janacs ist in seinen Gedichten wie in seinen Prosatexten ein außerordentlich genauer Beobachter und subtiler Erzähler, der seine Wirkung durch eine präzise Ausdrucksgestaltung erzielt.

 

Der am 13. Februar 1941 in Weißkirchlitz geborene und am 13. Februar 2016 verstorbene Prof. Dr. Karlheinz Filipp erhält postum den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft 2016.

Nach dem Studium von Geographie, Geschichte, Pädagogik und Philosophie arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt am Main, als Gymnasiallehrer und als Professor für Erziehungswissenschaften und Geographiedidaktik an der Universität in Hamburg. Neben einem reichen wissenschaftlichen Werk muss auch sein Buch „Misericordia Bohemiae“ erwähnt werden. Mit dem Untertitel „Große Geschichte und kleine Leute“ betrachtete Filipp die Geschichte Böhmens und des Sudetenlandes aus der Perspektive der Geschichte seiner Familie und seiner Vorfahren, eben aus dem Blickwinkel von „kleinen Leuten“.

 

Der Sudetendeutsche Kulturpreis für darstellende und ausübende Kunst 2016 geht an Luise Kinseher.

Die Geschichten ihrer Großmutter, dass die Bäuerin, auf deren Hof sie nach der Vertreibung untergekommen war, die Milch lieber wegschüttete als sie den Flüchtlingskindern zu geben, lehrten sie wachsames Hinschauen und ein Bewusstsein für Gerechtigkeit. Nach dem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Geschichte profilierte sie sich als Schauspielerin. Nach und nach wuchs die Liebe zum Kabarett und gipfelte in ihrer Rolle als „Mama Bavaria“ auf dem Nockherberg.

 

Den Sudetendeutschen Volkstumspreis erhält die Böhmerwald Sing- und Volkstanzgruppe München.

Als Böhmerwaldjugendgruppe 1954 gegründet, hat sie es als eine der ganz wenigen Gruppen geschafft, dank ihrer hervorragenden Führungspersönlichkeiten und engagierter Mitglieder eine produktive und in Freundschaft verbundene dauerhafte, feste Gemeinschaft zu sein. Die Böhmerwald Sing- und Volkstanzgruppe München pflegt eine Volkskultur, die keineswegs den aktuellen massenhaften Trends folgt und die nicht vor der Haustür liegt und die dennoch nicht unter Nachwuchsproblemen leidet.

Veranstaltungsort: NürnbergMesse, NCC West, Saal Paris, um 19.00 Uhr


Hildegard Schuster, Sudetendeutsche Landsmannschaft Bundesverband e.V. Presse / Öffentlichkeitsarbeit / Heimatpolitik  Tel.: 089 / 48 00 03 54                     Mobil: 0171 / 20 49 747 www.sudeten.de


 

 

 

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