Vortragsabend von Botschafter aD Dr. Ferdinand Trauttmansdorff im „Haus der Heimat“

Der ehemalige österreichische Botschafter in Prag sprach zum Thema „Wie gehen wir mit unseren Nachbarn um? Und sie mit uns? Beispiel Tschechien 2010 bis 2016“

Zu einem sehr interessanten und gut besuchten Vortragsabend gemeinsam mit

 

Botschafter aD Dr. Ferdinand Trauttmansdorff

 

 

lud der „Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ)“ am Montag, den 4. April 2016, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Forum Heimat“ in das Kulturzentrum „Haus der Heimat“ ein.

VLÖ-Präsident Dipl.-Ing. Rudolf Reimann, SLÖ-Bundesobmann Gerhard Zeihsel freuten sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen und

 

Generalsekretär Ing. Norbert Kapeller,

 

 

den ehemaligen österreichischen Botschafter in Prag im Kreise interessierter Zuseher - darunter sowohl Gesandter Dr. Georg Woutsas vom Außenministerium als auch Gesandter aD Dr. Hans-Martin Windisch-Grätz - begrüßen zu können.

Trauttmansdorff berichtete am Beginn seiner Ausführungen über seine langjährige diplomatische Praxis wie auch über die Entscheidungsgrundlagen, die ihn schlussendlich im Jänner 2010 als Botschafter nach Prag führten. In eloquenter und pointierter Weise beschrieb Trauttmansdorff die Ausgangslage im Jahre 2010 und referierte in diesem Zuge über die Gemeinsamkeiten mit Tschechien „an Verbindendem, Belastendem bzw. Trennendem“. „So sind beispielsweise die wirtschaftlichen Kooperationen, die grenzüberschreitenden Verflechtungen in Kultur und Wissenschaft, aber auch die gemeinsame Geschichte – trotz oft unterschiedlichster Sichtweisen – als durchaus verbindende Elemente anzusehen“, führte Trauttmansdorff beispielsweise aus.

Gegenseitige stereotype Wahrnehmungen, insbesondere bei Reizthemen wie „Temelin“ (begleitet von gegenseitigem Unverständnis) und natürlich auch bei den „Beneš-Dekreten“ (als Beispiel unaufgearbeiteter tschechischer Geschichte), seien jedoch leider als besonders trennende Gegebenheiten herauszustreichen. Unterschiedliche Verwaltungsstrukturen, ein starker Wechsel der tschechischen Regierungen bis 2014 sowie „eine äußerst geringe Besuchsfrequenz auf Regierungsebene“ seien als weitere Problemfelder erkennbar, erklärte Trauttmansdorff als Kenner des politischen Parketts weiter, der während seiner Zeit in Prag beispielsweise alleine etwa 80 Minister-Rochaden zählen konnte.

Nach einem detaillierten Einblick in die tschechische Parteienlandschaft führte Trauttmansdorff darüber hinaus einige Beispiele für durchaus positive Aktivitäten und Initiativen auf regionaler Ebene im Bereich der geschichtlichen Aufarbeitung aber auch der Energiepolitik an. „In Tschechien gibt es in vielerlei Belangen für uns noch unbekannte Ressourcen und Schätze zu heben“, erklärte Trauttmansdorff weiter, der abschließend anführte, dass „im Rahmen einer neu zu definierenden Nachbarschaftspolitik eine vermehrte Interessenforschung und -bearbeitung unbedingt vorangetrieben werden muss.“

VLÖ-Generalsekretär Norbert Kapeller, der auch durch die anschließende Diskussionsrunde führte, bedankte sich bei Botschafter aD Trauttmansdorff für dessen Ausführungen und insbesondere auch dafür, dass Trauttmansdorff den VLÖ-Verantwortlichen bei deren wichtiger Zukunftsarbeit im Sinne der Heimatvertriebenen und Heimatverbliebenen gerne mit Rat und Tat zu Seite stehen wird.

Im Bild (v.l.n.r.): SLÖ-Bundesobmann und 1. VLÖ-Vizepräsident LAbg. aD Gerhard Zeihsel, Botschafter aD Dr. Ferdinand Trauttmansdorff, VLÖ-Präsident Dipl.-Ing. Rudolf Reimann, VLÖ-Generalsekretär Ing. Norbert Kapeller (Foto: VLÖ)

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