Gespeichert von Nechvatal am Mi., 14.05.2014 - 12:33

Am 14. Mai 2014 fand in der Klosterneuburger Stiftskirche die Einsegnung und Beisetzung unseres am 28. April 2014 im 87. Lebensjahr verstorbenen Landsmann DDr. Floridus Helmut Röhrig, Augustiner Chorherr des Stiftes Klosterneuburg, statt.

Helmut Röhrig wurde am 27.August 1927 als Sohn des k.u.k. Obersten a.D. und Zahnarztes Dr. Karl Röhrig in Wien geboren. Seine Schulferien verbrachte er oft im Röhrig-Stammhaus in der Zwittauerstraße in Mährisch-Trübau in der Obhut seiner beiden Tanten, die an der Bürgerschule in Trübau beziehungsweise Zwittau unterrichteten. Nach Schulausbildung und Matura in Wien  studierte er ab 1945 an der Technischen Hochschule,  ab 1946 war er Hörer an der Philosophischen Fakultät der Wiener Universität.

1948 trat er in das Augustiner Chorherrenstift Klosterneuburg ein, erhielt den Ordensnamen Floridus und begann die theologischen Studien an der damaligen  Hauslehranstalt des Stiftes. 1951 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert und im Mai 1954 zum Priester geweiht. Danach war er als Kaplan in der Seelsorge in verschiedenen Pfarren in Wien tätig. 1956 wurde er im Stift als Adjunkt mit Bibliotheks-, Archivs- und Museumstätigkeiten betraut und zum Dozenten für kirchliche Kunstgeschichte an der philosophisch-theologischen Hauslehranstalt ernannt.

1959 legte er die Staatsprüfung am Institut für österreichische Geschichtsforschung mit Auszeichnung ab und wurde zum Kustos der stiftlichen Kunstsammlungen und zum Bibliothekar bestellt. 1960 promovierte er zum Doktor der Theologie an der Wiener Universität, es folgte die Berufung zum Professor für Kirchen- und Kunstgeschichte an der Hauslehranstalt.

Ab 1962 war er zudem Archivar des Stiftes. Viele Jahre arbeitete er  auch als akademischer Lehrer unter anderem an der Universität Wien, was mit der Ernennung zum außerordentlichen Universitätsprofessor gekrönt wurde. Zahlreiche Artikel und Aufsätze historischen, kunstgeschichtlichen und theologischen Inhaltes stammen aus seiner Feder. Von 1972 bis 2008 gehörte Floridus dem Kapitelrat des Stiftes an.

Kustos DDr. Floridus Röhrig galt als einer der bekanntesten Kunsthistoriker Österreichs. Er verfasste zahlreiche bedeutende Bücher über das Chorherrenstift, die auch international große Beachtung fanden und gab die ersten Bände des Österreichischen Augustiner Chorherren-Buches heraus.
Neben  seiner intensiven wissenschaftlichen Tätigkeit hat er sich beim Aufbau des Stiftmuseums und des Stiftarchivs wie auch bei der Erweiterung der Bibliothek verdient gemacht. Er trat als Kurator  historischer Ausstellungen hervor, als Höhepunkt sei das Jahr 1985 genannt, in dem das Stift Klosterneuburg zum 500 Jahr-Jubiläum der Heiligsprechung Leopold III. die Niederösterreichische Landesausstellung beherbergte.

Durch die Herausgabe mehrerer Werke über die Stadt Klosterneuburg und seine oftmalige Präsenz in den Medien förderte er den Ruf der Stadt als Kulturstadt, wie Bürgermeister Schmuckenschlager in seiner Aussendung festhielt.

Als Priester widmete sich Floridus Röhrig mit großem Engagement der Kinder- und Jugendseelsorge sowie als Kirchenrektor des Geriatriezentrums in Klosterneuburg der Altenbetreuung. Die Pfadfinder waren ihm besonders ans Herz gewachsen. Drei Jahrzehnte war er Landeskurat der niederösterreichischen Pfadfinder und betreute sie seelsorglich.   
Eingedenk seiner Wurzeln im Schönhengstgau hat er uns als Priester bei besonderen Messfeiern hier in Wien begleitet, so 1974 bei der Weihe unserer Schönhengster Fahne in der Augustinerkirche. Zuletzt 2007 bei der Einsegnung unseres verstorbenen Landsmannes Franz Negrin.

Für sein geistliches und wissenschaftliches Wirken wurden ihm zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen zuteil: Er führte den Titel eines eb.Konsistorialrates, erhielt den Kulturpreis und den Ehrenring der Stadt Klosterneuburg, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land NÖ, die Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold und das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Der Landschaftsrat Schönhengstgau der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Göppingen verlieh ihm 1972 den Schönhengster Kulturpreis.

Die Einsegnung fand am 14.Mai 2014 im Beisein seiner Familie in der bis auf den letzten Platz gefüllten Stiftskirche statt, die Feierlichkeiten leitete Propst Bernhard Backovsky unter großer Assistenz, danach erfolgte die Beisetzung in der Chorherrengruft der Sebastianikapelle.       
Durch sein umfangreiches Schaffen hat sich Floridus Röhrig in der Wissenschaft bereits ein Denkmal gesetzt, mit seinem Optimismus und seiner Menschlichkeit auch in unseren Herzen.  

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft war durch Landsleute vertreten die von Bundesobmann-Stellv. Dieter Kutschera angeführt wurden. Auf den Kranzschleifen verabschiedeten wir uns „In Dankbarkeit“, Floridus Röhrig wird uns bei unseren Heimattreffen in Klosterneuburg sehr abgehen!
 

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